Eine Herausforderung der besonderen Art

Screenshot Zartmint

In den 30ern gründen, das haben Ute Schmeiser und Sandra Barwitzki gewagt. Ute war auch noch schwanger dabei. Wie die beiden es schafften, erfolgreich zu sein, das erzählen sie hier – Teil drei der Gründerinnen-Serie.

Ute Schmeiser und Sandra Barwitzki haben beide in ihren 30ern gegründet. Ute hatte ihre Werbeagentur gerade gegründet, als sie schwanger wurde – da war sie 33. Mittlerweile hat sie sich auf Marketingstrategieberatung spezialisiert und der Sohn ist bereits im Teenageralter; sie blickt also schon auf einige Jahre Selbständigkeit zurück. Sandra ist viel kürzer dabei: Sie ist Grafikerin mit Spezialisierung auf Hochzeitspapeterie, 31 Jahre alt und mittlerweile ein knappes Jahr selbständig. Warum Hochzeitspapeterie? Weil sie es liebt, mit glücklichen Menschen zusammen zu arbeiten, wie sie sagt.

Ute Schmeiser (Foto: Jutta Stegers, Stegers Fotografie)
Ute Schmeiser (Foto: Jutta Stegers, Stegers Fotografie)

Was hat bei Euch den Anlass gegeben, zu gründen?
Ute: Ich hatte damals meinen Job in einer Agentur verloren, mir war gekündigt worden – im Jahr 2001 war das. Wir lebten damals ziemlich weit ab vom Schuss, es gab einfach keine Agentur in der Nähe, bei der ich mich hätte bewerben können. Da blieb mir fast nur die Selbständigkeit – und ich habe es einfach mal gewagt.
Sandra: Ich habe mehrere Jahre in vielen verschiedenen Branchen gearbeitet und mir wurde irgendwann klar, dass der Job, den ich mir wünsche, nur in meiner Phantasie existiert. Ich musste mir meinen Traumjob also selbst schaffen. Im vergangenen Jahr habe ich meine unbefristete Festanstellung an den Nagel gehängt und es gewagt.

Was waren die größten Herausforderungen?
Ute: Ich hatte bis dahin immer angestellt gearbeitet und die Selbstorganisation im Home Office mit dem Säugling fiel mir nicht ganz leicht. Ich bin aber froh, dass ich nicht wesentlich jünger gegründet hatte, weil ich mit Anfang 30 schon wusste, was ich gut kann und was meine Kunden brauchen. Ich war aber noch jung genug, um mich neu zu erfinden – für mich das perfekte Alter.
Sandra: Ich habe ohne Eigenkapital gegründet, musste einen Businessplan erstellen und habe dann einen Gründungszuschuss beantragt. Den habe ich tatsächlich bekommen, aber der Weg dorthin war etwas chaotisch, ich hatte all das ja noch nie gemacht. Ich habe aber wahnsinnig viel Unterstützung aus meinem Freundeskreis bekommen und ohne meine Freunde und Bekannten hätte ich das bestimmt nicht geschafft. Hätte ich eher gegründet, mit Anfang oder Mitte 20, wäre das sicher ganz anders gelaufen – da hatte ich noch gar nicht einen so festen und starken Freundeskreis hinter mir stehen.

Sandra Barwitzki (Foto: Tausendschön Photographie, Tanja Wesel)
Sandra Barwitzki (Foto: Tausendschön Photographie, Tanja Wesel)

Welche Vorteile seht ihr darüber hinaus in Eurem Gründungsalter?
Sandra:
Nach dem etwas chaotischen Start in die Selbständigkeit habe ich mich schnell sortiert. Das ist auch eine Errungenschaft meines Alters – noch vor einigen Jahren war ich sehr impulsiv und habe oft vorschnell gehandelt.
Ute: Nachdem mein Sohn in die Schule gekommen war, konnte ich so richtig durchstarten. Er ist jetzt sehr selbständig, das entlastet mich enorm, und ich kann mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren.

Habt ihr ein Motto?
Ute:
Mein Motto ist „In der Ruhe liegt die Kraft“. Denn mit Baby ist es schon eine Herausforderung der besonderen Art, die ersten Jahre der Gründung zu überstehen. Das sehe ich natürlich erst jetzt – direkt nach meiner Gründung mit Mitte 30 hatte ich diesen Weitblick noch nicht.
Sandra: Am Anfang habe ich Sprüche wie „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ immer belächelt. Aber es stimmt! Und wenn es nicht klappen sollte, dann suche ich mir wieder einen Job. Aber ich werde nie da sitzen und traurig sein, dass ich es nicht wenigstens versucht habe.

Utes Schmeiser Marketing
Sandras Zartmint

Dies ist Teil 3 einer Gründerinnen-Serie
Teil 1: Gründen mit 40 „Wir sind kein hippes Start-up, bei dem bis spät in die Nacht gearbeitet wird“
Teil 2: Gründen mit 20 Jung gründen: Nervenkitzel pur
Teil 4: Gründen mit 50 „Ich musste lernen, mich zu trauen“

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