„Wir sind kein hippes Start-up, bei dem bis spät in die Nacht gearbeitet wird“

Screenshot Hummel & Wolf

Mit 40 gründet es sich anders als mit 20, diese Erfahrung hat Irene Hummel gemacht. Sie hat zusammen mit Daniela Wolf einen Online-Shop gelauncht. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen – der Auftakt einer Gründerinnen-Serie.

Irene Hummel und Daniela Wolf haben mit über 40 den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und ihren Online-Shop “Hummel & Wolf” gelauncht, einen Shop, der fair gehandelten Schmuck und Accessoires anbietet. Das Besondere bei “Hummel & Wolf”: Sie erzählen zu jedem Stück die Geschichte und zeigen, wer es hergestellt hat und unter welchen Umständen.

Was hat den Anlass für Eure Gründung gegeben – warum habt ihr mit über 40 noch einmal etwas ganz Neues angefangen?
Ich war 41, als ich mit Daniela gegründet habe. Wir standen beide an einem Scheidepunkt in unseren Jobs: Wir waren frustriert und wollten nicht weiter so arbeiten. Wir hatten beide den starken Wunsch, in der zweiten Lebenshälfte selbstbestimmter arbeiten zu können, sinnhafter. Und vor allem: Wir hatten beide das Gefühl, an die “Gläserne Decke” zu stoßen – es ging einfach nicht mehr weiter. Da sind wir ausgeschert.

Irene Hummel (Foto: privat)
Irene Hummel (Foto: privat)

Was war die größte Herausforderung für Dich?
Wir sind kein hippes Start-up, bei dem bis spät in die Nacht gearbeitet wird. Wir sind beide Mütter und gehen um 17 Uhr heim, um noch Zeit mit unseren Kindern verbringen zu können. Doch das mussten wir lernen: uns abzugrenzen und ganz bewusst zu entspannen. Am Anfang habe ich viel am Abend und am Wochenende gearbeitet, doch irgendwann habe ich gemerkt, dass ich kaum noch abschalten konnte. Da sind wir auf die Bremse getreten – das war nicht die Art und Weise, wie wir unsere Zusammenarbeit gestalten wollten.

Welche Schwierigkeiten brachte Dein Gründungsalter mit sich?
Ich habe es als Zäsur empfunden, 40 zu werden: Ich hatte die Mitte meines Lebens erreicht und habe bewertet, wie ich bisher gelebt hatte. Ich habe mir grundlegende Fragen gestellt und mich gefragt, was mir wirklich wichtig ist im Leben. So entstand die Idee mit der Gründung. Das viele Nachdenken hat sicherlich dazu geführt, dass wir sehr strukturiert drangegangen sind, aber es hat uns auch die Unbefangenheit geraubt – wir wussten ja, was für uns dran hängt. Und dazu kam ja auch noch die finanzielle Seite. So ein Start-up aufzuziehen kostet verdammt viel Geld und mit 41 hat man ganz andere Verpflichtungen und andere Ansprüche an seinen Lebensstandard als mit 20.

Was hat Euch geholfen?
Andere Menschen! In unserem Netzwerk haben wir Informationen und Tipps bekommen, Unterstützung und Verständnis. Das war wahnsinnig wichtig. Und die Erkenntnis: Es muss nicht immer alles perfekt sein.

Hier geht’s zum Shop: Hummel & Wolf

Dies ist Teil 1 einer Gründerinnen-Serie
Teil 2: Gründen mit 20 Jung gründen: Nervenkitzel pur
Teil 3: Gründen mit 30 Eine Herausforderung der besonderen Art
Teil 4: Gründen mit 50 „Ich musste lernen, mich zu trauen“

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2 Gedanken zu „„Wir sind kein hippes Start-up, bei dem bis spät in die Nacht gearbeitet wird“

  • 19. Mai 2016 um 15:44
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    Klasse! Es gibt so viele tolle Beispiele da draußen, die nicht nur inspirieren sondern auch anderen Frauen Mut machen. Toll, Irene und Daniela.

    Ich bin gespannt auf die nächsten Stories.
    LG Tanja

    Antwort
    • 23. Mai 2016 um 22:41
      Permalink

      Die nächste ist schon in der Mache 🙂

      Antwort

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